{"id":1306,"date":"2022-11-17T08:00:00","date_gmt":"2022-11-17T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/?p=1306"},"modified":"2023-01-13T12:23:52","modified_gmt":"2023-01-13T10:23:52","slug":"irans-only-solution-revolution-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/irans-only-solution-revolution-teil-1\/","title":{"rendered":"\u201cIran\u2019s only solution: Revolution!\u201d \/ Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">\u201cIran\u2019s only solution: Revolution!\u201d | Teil 1<\/h1>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">von Dorna<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>They kill in your silence.<br>Iran&#8217;s only solution: Revolution!<br>Justice for Iran &#8211; Women Life Freedom &#8211; Frauen Leben Freiheit<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_illu-1024x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1307\" srcset=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_illu-1024x1024.png 1024w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_illu-300x300.png 300w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_illu-150x150.png 150w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_illu-768x768.png 768w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_illu-1536x1536.png 1536w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Iran_illu.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Illustration: Karoline Hummel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe das Privileg, in Deutschland geboren zu sein und frei zu sein. Viele haben das nicht. 1980 bildeten sich im Iran Gruppen, die gegen die gesetzliche Pflicht des Tragens eines Hijabs demonstrierten. Es folgten immer mehr Gruppen, die Reformen des neuen Regimes forderten. Mit 21 wurde meine Mutter festgenommen, so wie viele andere junge Menschen. Nach zwei Jahren lie\u00dfen sie sie wieder frei, als eine der sehr wenigen, wie sie danach erfuhr, denn viele ihrer Freunde hat sie nie wieder gesehen. Und es h\u00f6rt nicht auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit ich denken kann, geht sie in Deutschland auf Demonstrationen, seit Jahrzehnten berichtet sie von Freunden, die angeblich an Herzversagen im Gef\u00e4ngnis gestorben sind, tats\u00e4chlich aber gefoltert und get\u00f6tet wurden. Von jungen Menschen, die \u00f6ffentlich hingerichtet werden, von dem Schmerz der M\u00fctter, denen sie ihre Kinder nehmen und andersherum. Sie trauert um die Denker im Exil und die ermordeten Journalist<em>innen, Musiker<\/em>innen, K\u00fcnstler<em>innen, Student<\/em>innen, Menschenrechtler*innen und Menschen. Sie sagt, wie froh sie doch ist, nicht dort zu leben, sie k\u00f6nnte es niemals ertragen, sie ist nun Deutsche. Und doch sp\u00fcre ich den Klo\u00df in ihrem Hals, die Sehnsucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer wieder demonstriert das Regime meiner Familie seine Macht, entzieht ihnen P\u00e4sse, zwingt sie dazu, Papiere zu unterschreiben, in denen sie ihre eigenen Geschwister als \u201eRegime-Feinde&#8220; betiteln, um eine Ausreisegenehmigung zu erhalten. Meine Familie wird ausgefragt \u00fcber Wohnort und Besch\u00e4ftigung derer, die sich aus dem Ausland laut machen, vom Zustand im Iran berichten und nach Hilfe auf dem Rest des Globus suchen. Ich war zuletzt mit 13 dort. Es ist ein wundersch\u00f6nes Land mit wundersch\u00f6nen, liebevollen, gebildeten und hilfsbereiten Menschen, mit himmlischen G\u00e4rten, lebendigen St\u00e4dten und geschm\u00fcckten Orten. Doch in Freiheit lebt niemand: Ich habe gesehen, wie ein M\u00e4dchen von zwei Frauen auf offener Stra\u00dfe, aus vollster Kehle schreiend, in einen Wagen gezerrt wurde, mitten an einer gro\u00dfen Shoppingmall. Meinen Aufenthalt dort konnte ich nur noch von Kopf bis Fu\u00df in einer Decke verh\u00fcllt genie\u00dfen; die Angst, auch mitgenommen zu werden, war zu gro\u00df. Und dann geht alles weiter, als h\u00e4tten sich die Leute mit der t\u00e4glichen Angst abgefunden, um weiterleben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich vermisse den Duft der Stra\u00dfen dort. Wie muss es denen gehen, die durch dieses Regime von ihrer Familie, von ihren Freunden, von ihren Stra\u00dfen und vom Duft der Heimat getrennt wurden und nie wieder zur\u00fcck k\u00f6nnen? Die islamische Regierung versucht seit Anbeginn auszusortieren, versucht, diejenigen die das Wort \u201eFreiheit\u201c sp\u00fcren wollen, aus dem Land zu ekeln oder sich derer durch Angstmache, Terror und Mord zu entledigen, um eine islamische Republik, fernab vom Weltgeschehen unter ihrer Schreckensherrschaft zu erzwingen. Aber wir lassen das nicht zu. Den Traum, wieder unsere Familienmitglieder zu umarmen, den Traum vom Leben ohne Unterdr\u00fcckung, geben wir nicht auf. Wir geben dieses wunderbare Land und seine Menschen nicht her, deshalb demonstrieren diese Menschen seit 43 Jahren f\u00fcr ihre Freiheit; aber niemand h\u00f6rt hin. Kein Land schenkt ihnen Beachtung, nein, sie verhandeln sogar mit diesen M\u00f6rdern, an deren H\u00e4nden das Blut der iranischen Jugend klebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Jahr ist mein Vater verstorben. Keiner von uns konnte zur Beerdigung. Ich kann nicht zum Grab meines Vaters. Ich w\u00fcrde damit mein Leben riskieren und das v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von den laufenden Protesten. Erfan, mein Cousin, wurde vor zwei wenigen Wochen im Alter von 24 Jahren bei Demonstrationen in Shiraz von der Polizei erschossen. Seine Familie selbst ist sehr gl\u00e4ubig und nie laut gegen das Regime gewesen. Seine Eltern, Angeh\u00f6rige und Danjal, sein Bruder, wurden gezwungen, einen Brief zu unterschreiben, in dem sie einwilligen, niemandem \u00fcber seinen Tod zu berichten, weil sie sich damit strafbar machen. Sein Leichnam wird nicht an die Familie ausgeh\u00e4ndigt, es sei denn, sie erz\u00e4hlt der \u00d6ffentlichkeit, er sei der Sittenpolizei zugeh\u00f6rig und f\u00fcr das Regime<br>gefallen! Das ist eine L\u00fcge! Er hat demonstriert und f\u00fcr die Freiheit seiner Jugend gek\u00e4mpft! Wir k\u00f6nnen keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen, sie bitten uns, unter keinen Umst\u00e4nden an die Presse und \u00d6ffentlichkeit zu gehen, weil ihnen gedroht wird und sie mit t\u00f6dlichen Strafen rechnen. Wir wissen nicht, wie wir handeln sollen und haben Angst. Das Internet wurde gekappt, die Bev\u00f6lkerung, unsere Familie, wird vom Rest der Welt isoliert. Wir sind zutiefst in Trauer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte Sie alle bitten, sich zu informieren, den unbeschreiblich Mut dieser Revolution gef\u00fchrt von Teenagerinnen, die lediglich ein Teil der Welt sein m\u00f6chten, zu bekunden und zu teilen, denn jetzt ist ihre Chance auf Freiheit und wir m\u00fcssen ihnen beistehen! Es ist zu viel unschuldiges Blut geflossen, das von den Medien und der Politik wortlos und mit unmenschlichen Schweigen \u00fcbert\u00fcncht wird. F\u00fcr Menschlichkeit gibt es keine L\u00e4ndergrenzen, man kann das Menschenrecht und Freiheit nicht erwirtschaften.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-77b97fe5 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-primary\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/irans-only-solution-revolution-teil-2\/\">Zum zweiten Teil des Beitrags<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe das Privileg, in Deutschland geboren zu sein und frei zu sein. 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