{"id":2961,"date":"2025-02-20T19:00:00","date_gmt":"2025-02-20T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/?p=2961"},"modified":"2025-08-01T11:31:20","modified_gmt":"2025-08-01T09:31:20","slug":"ins-netz-gegangen-teil-2-der-ueberwachungskapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/ins-netz-gegangen-teil-2-der-ueberwachungskapitalismus\/","title":{"rendered":"&#8222;Ins Netz gegangen&#8220; Teil 2: \u00dcberwachungskapitalismus"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Ins Netz gegangen&#8220; Teil 2: \u00dcberwachungskapitalismus <\/h2>\n\n\n\n<p><em>Von Louisa Albert (20.Feb.2025)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-neve-link-color-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-7435a3c8cd2e36216a7958f365b4c4c1\"><strong>Ins Netz gegangen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-neve-link-color-color has-text-color has-link-color wp-elements-9b7c6280f50b485b4879cb16ceb09e7e\"><em>Surfen, snappen, schreiben &#8211; das Internet und vor allem die sozialen Netzwerke sind seit der Jahrtausendwende zu einem einzigartigen gesellschaftlichen Raum geworden, der nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken ist. Die ganze Welt ist online, viele von uns verbringen mehrere Stunden am Tag im Netz. Die M\u00f6glichkeiten des \u201cworld wide web\u201d wurden verhei\u00dfungsvoll angepriesen und Milliarden Menschen sind diesem Ruf gefolgt. Auch heute noch liegen die Vorteile auf der Hand, gleichzeitig hagelt es immer mehr Kritik. Social-Media-Abh\u00e4ngigkeit, FOMO, geldgierige Tech-Milliard\u00e4re oder Falschinformationen &#8211; all diese Aspekte werfen Schatten auf die digitale Welt. Wo leisten Menschen Widerstand gegen die negativen Strukturen des Internets? Wo sollten wir genauer hinsehen und wie finden wir einen gesunden Umgang mit Smartphone und Co.? Diesen Fragen widmen wir in diesem Semester eine dreiteilige Reihe. Viel Spa\u00df beim Lesen!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-x-large-font-size\"><strong>Der \u00dcberwachungskapitalismus oder wie wir uns an Tech-Unternehmen verkaufen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Internet ist ein mystischer Ort. Unsichtbare Netzwerke, gespannt \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg, \u00fcber die tausende und abertausende Daten, Tag f\u00fcr Tag, von Server zu Server, von Endger\u00e4t zu Endger\u00e4t flackern. Ich habe nicht viel Ahnung von diesem digitalen Universum, es \u00fcberfordert selbst mich als Digital Native oft und ehrlich gesagt interessieren mich die einzelnen Abl\u00e4ufe auch nicht sonderlich. Dennoch habe ich gewisse Anspr\u00fcche und Erwartungen. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich einen Vergleich anf\u00fchren. Ich interessiere mich nicht f\u00fcr Stra\u00dfenbau oder f\u00fcr Verkehrsplanung. Trotzdem erwarte ich, wenn ich einen Fu\u00df vor die T\u00fcr setze, nicht \u00fcberfahren zu werden und wenn ich im Auto sitze, erwarte ich, dass Ampeln funktionieren und kein Chaos an der n\u00e4chsten Kreuzung passiert. Meiner Erfahrung nach geht es vielen Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen so. Die Absprache unserer Gesellschaft lautet: Jede:r k\u00fcmmert sich um ihren\/seinen Bereich und so decken wir gemeinsam alles ab, sorgen f\u00fcr Sicherheit und erwarten diese auch. Doch wie sieht es mit unseren Erwartungen ans Internet aus? T\u00e4glich klicken wir auf \u201cerlauben\u201d, damit der nervige Cookies-Banner von der Webseite verschwindet, wir hinterlassen unsere Mailadresse auf Webseiten, um Newsletter zu abonnieren und teilen jeden noch so kleinen Aspekt unseres Privatlebens in den Sozialen Medien. Wo all diesen Daten landen? Mir egal, keine Ahnung, die wissen doch eh schon alles von mir. Schulterzucken, besch\u00e4mtes Lachen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"709\" src=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1024x709.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2962\" srcset=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1024x709.jpg 1024w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-300x208.jpg 300w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-768x532.jpg 768w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1536x1063.jpg 1536w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-2048x1418.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Illustration: Margo Sibel Koneberg<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>\u201cJeder Like wird ausgewertet, jedes Bild, das man hochl\u00e4dt.\u201d<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir lassen uns in den Bann ziehen, vor allem von Social Media, verbringen Stunden auf Instagram, TikTok und Co. &#8211; aus Interesse, aber auch aus Angst, etwas zu verpassen. Fear of Missing out nennt man das. FOMO zu erzeugen &#8211; das ist von den Plattformen gewollt, schlie\u00dflich liegt es in ihrem Interesse, die Nutzer:innen so lange wie m\u00f6glich auf den Apps verweilen zu lassen. Eine h\u00f6here Nutzungszeit bedeutet eine gr\u00f6\u00dfere Zeitspanne, in der Daten gesammelt werden k\u00f6nnen und in der Werbung ausgespielt werden kann: Das Gesch\u00e4ftsmodell der sozialen Netzwerke. Viele Menschen wissen mittlerweile, dass eine exzessive Internetnutzung problematisch sein kann, beobachtet Christian Montag. Der Psychologe besch\u00e4ftigt sich seit vielen Jahren mit dem Einfluss von Digitalisierung und KI auf die Gesellschaft und dem Thema <em>digitales Wohlbefinden<\/em>. Die genaue Tragweite des Problems sei den meisten jedoch noch immer nicht bewusst, so Montag. \u201cDie Industrie leuchtet alles aus, was man auf den Plattformen macht. Jeder Like wird ausgewertet, jedes Bild, das man hochl\u00e4dt: Ob die schwarz-wei\u00df oder bunt sind, welche Emotionen man zeigt und \u00fcber welchen Worten man wie lange verweilt. Das scheint irgendwie niemanden mehr zu interessieren oder zumindest scheinen die Plattformen so attraktiv zu sein, dass die Leute in Kauf nehmen, \u00fcberall ausspioniert zu werden.\u201d&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00dcberwachungskapitalismus<\/em> nennt das die US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Shoshana Zuboff. Seinen Ursprung habe diese Fortf\u00fchrung der kapitalistischen Idee bei Google. Dort musste nach dem Platzen der Dotcom-Blase 2000 und dem damit einhergehenden schwindenden Vertrauen der Investor:innen eine neue Idee her. Und sie war schnell geboren &#8211; in Form von exklusiven Zug\u00e4ngen zu Nutzer:innnen-Daten. Das Ziel: Durch pr\u00e4zise Verhaltensvorhersagen der Nutzer:innen die Werbeeinnahmen zu steigern. In einer Keynote, die Zuboff am 2018 auf der Konferenz &#8222;Zukunft der Daten\u00f6konomie&#8220; hielt, erkl\u00e4rte sie ihren Zuh\u00f6rer:innen: \u201cGoogles eigenen Wissenschaftlern zufolge entwickelte das Unternehmen neue Methoden der \u00dcberschussgewinnung, durch die sich Daten aufsp\u00fcren lassen, die Nutzer eigentlich bewusst f\u00fcr sich behalten wollen und die dar\u00fcber hinaus weitreichende Schl\u00fcsse auf pers\u00f6nliche Informationen erm\u00f6glichen, die Nutzer \u2013 bewusst oder unbewusst \u2013 nicht zur Verf\u00fcgung stellen.\u201d\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die Macht, die gro\u00dfe Tech-Unternehmen durch diese Datensammlungen erlangen, l\u00e4sst sich als au\u00dfenstehende Person nur erahnen. \u201cWir reden hier \u00fcber aktuell 5 Milliarden Menschen, die Social Media nutzen, \u00fcber 3 Milliarden sind auf einer Metaplattform unterwegs\u201d, betont Psychologe Christian Montag. \u201cDa sieht man schon, dass diese Industrie teilweise mehr Macht hat, als so manche Regierung auf dem Globus. Die (die Unternehmen) sind nicht gew\u00e4hlt, aber beeinflussen mit ihren Policies nat\u00fcrlich, was man posten darf und was nicht und bestimmen somit fast regierungsgleich, inwiefern sich Menschen auf den Plattformen unterhalten k\u00f6nnen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Wo bleibt die Emp\u00f6rung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann es sein, dass wir diese Tatsache einfach hinnehmen? Liegt es daran, dass wir das Internet als solches, die Algorithmen, Daten und Zahlen dahinter nicht wirklich greifen k\u00f6nnen? Wenn rechtswidrig von uns Fotos gemacht werden, dann emp\u00f6ren wir uns. Ebenso w\u00fcrde es uns st\u00f6ren, wenn eine fremde Person in unser Wohnzimmer einbrechen w\u00fcrde, sich notieren w\u00fcrde, welche Farbe unser Sofa hat und welche Kinder auf den Familienfotos zu sehen sind. In unserer Alltagsrealit\u00e4t ist uns unsere Privatsph\u00e4re wichtig, doch betreten wir das Internet, so scheint sie sich f\u00fcr viele in Luft aufzul\u00f6sen. Die Plattformen nehmen diese Naivit\u00e4t, diese Ignoranz ihrer Nutzer:innen gerne hin, pressen sie bis auf die letzte Ziffer ihrer Telefonnummern aus und jagen dem gro\u00dfen Geld hinterher. Auf Social Media verwandeln sich m\u00fcndige B\u00fcrger:innen zu unwissenden, verletzlichen Kindern, die mit strahlenden Augen ins Auto des Fremden einsteigen. Wer nimmt sie an die Hand? <\/p>\n\n\n\n<p>Ganz offensichtlich fehlt es hier an Ma\u00dfnahmen der Politik. Das Internet ist ein einzigartiger Ort, nirgendwo kommen so viele Menschen gleichzeitig zusammen, um sich auszutauschen, Inhalte aus ihrem Leben zu teilen, zu diskutieren und sich zu vernetzen &#8211; und das (in der Theorie) mit denselben Grundvoraussetzungen. Eine demokratische Goldgrube k\u00f6nnte man meinen, die die meisten Regierungen jedoch achselzuckend Tech-Milliard\u00e4ren \u00fcberlassen, die dort frei schalten und walten. Nicht im Sinne der Menschen, sondern im Sinne des Geldes. Dass so die demokratischen Elemente des Internets fl\u00f6ten gehen, liegt auf der Hand. Wenn dann noch Regierungschef:innen mit diesen Milliard\u00e4r:innen gemeinsame Sache machen, zieht diese antidemokratische Entwicklung ihre Spuren bis in die nicht-digitale Realit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte ins Internet eintauchen und mich sicher f\u00fchlen, genau wie ich auf die Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr vertraue. Daf\u00fcr braucht es Menschen, die Verantwortung \u00fcbernehmen &#8211; im Sinne der Nutzer:innen. \u201cDas geht meines Erachtens nur durch eine Abkehr vom Datengesch\u00e4ftsmodell\u201d, sagt Christian Montag. \u201cWenn eine Industrie Geld damit verdient, Onlinezeiten zu verl\u00e4ngern, dann werden wir keine gesunden Plattformen sehen, dann werden die (Unternehmen) immer alles weiterhin daf\u00fcr tun, das n\u00e4chste Designelement einzubauen, das noch mehr Engagement erzeugt.\u201d\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Es braucht Ver\u00e4nderung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201cGl\u00fccksspiel kann s\u00fcchtig machen\u201d, h\u00f6rt man im Radio, wenn Werbung gemacht wird f\u00fcr Lotto und Co. Warum erscheinen solche Aussagen nicht, wenn wir Instagram oder TikTok \u00f6ffnen? Die Plattformen setzen bewusst auf Designelemente, die uns abh\u00e4ngig machen. Wieso werden sie nicht dazu gedr\u00e4ngt, dies auch zu kennzeichnen? Es braucht Aufkl\u00e4rung, Altersbeschr\u00e4nkungen und Alternativen. \u201cGesunde Plattformen wird es nur mit einer Abkehr vom Datengesch\u00e4ftsmodell geben und dann brauchen wir alternative M\u00f6glichkeiten, wie wir die sozialen Medien finanzieren\u201d, so Montag. \u201cDas kann \u00f6ffentlich-rechtliches Social Media sein oder, dass die aktuellen Privatunternehmen andere Plattformen anbieten, f\u00fcr die wir Geld bezahlen. Nicht f\u00fcr das, was wir aktuell sehen, sondern f\u00fcr radikal neu gedachte soziale Medien.\u201d&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Ma\u00dfnahmen wie beispielsweise der Digital Service Act der Europ\u00e4ischen Union, die Nutzer:innen-Rechte sch\u00fctzen sollen, sind erste Schritte &#8211; doch sie reichen nicht aus. Wenn wir demokratische Strukturen im Internet, aber auch au\u00dferhalb sch\u00fctzen wollen, dann braucht es ein st\u00e4rkeres Durchgreifen. Dann d\u00fcrfen sich Regierungsmitglieder nicht von Tech-Milliard\u00e4ren verunsichern oder umwerben lassen. Und dann braucht es B\u00fcrger:innen, die einen aufmerksamen Blick entwickeln, nicht nur f\u00fcr marode Stra\u00dfen und kaputte Ampeln, sondern auch f\u00fcr problematische Zust\u00e4nde in der digitalen Welt. Um es mit den Worten von Shoshana Zuboff zu formulieren: \u201cUnd so beginnt der Kampf um die Zukunft des Menschen mit unserer Entr\u00fcstung. Wenn die digitale Zukunft uns ein Zuhause sein soll, ist es an uns, sie dazu zu machen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-neve-link-color-color has-alpha-channel-opacity has-neve-link-color-background-color has-background\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-neve-link-color-color has-text-color has-link-color wp-elements-9945ecf7e2988cb0549fbbed1b826d77\">English version (automated translation:)<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Got caught&#8220; Part two: Surveillance capitalism<\/h2>\n\n\n\n<p><em>By Louisa Albert (20.Feb.2025)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-neve-link-color-color has-text-color has-link-color has-x-large-font-size wp-elements-0717a4f53c45189578245c6c19738f0b\"><strong>Got Caught<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-neve-link-color-color has-text-color has-link-color wp-elements-354875ff64c8e5253b087348783a8df3\"><em>Surfing, snapping, typing \u2013 since the turn of the millennium, the internet, and especially social networks, have become a unique social space that is now an integral part of our daily lives. The whole world is online, and many of us spend several hours a day on the web. The possibilities of the World Wide Web were promisingly advertised, and billions of people followed the call. Even today, the advantages are clear, yet criticism is growing. Social media addiction, FOMO, greedy tech billionaires, or misinformation \u2013 all these aspects cast a shadow over the digital world. Where do people resist the negative structures of the internet? Where should we take a closer look, and how can we find a healthy way to engage with smartphones and more? This semester, we will explore these questions in a three-part series. Enjoy reading!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-x-large-font-size\"><strong>Surveillance Capitalism or How We Sell Ourselves to Tech Companies<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>The Internet is a mystical place. Invisible networks stretch across borders, transmitting thousands upon thousands of data points from server to server, from device to device, day after day. I don\u2019t know much about this digital universe\u2014it overwhelms even me, a so-called digital native, and to be honest, I\u2019m not particularly interested in the technical processes behind it. Still, I have certain expectations and demands. Let me offer a comparison: I\u2019m not interested in road construction or traffic planning. Yet, when I step outside, I expect not to be run over, and when I\u2019m in a car, I expect traffic lights to work and prevent chaos at intersections. From my experience, many people feel the same way about different aspects of life. The unspoken agreement in our society is that everyone takes care of their respective area, so together we cover everything, ensure safety, and expect it in return. But what about our expectations for the Internet? Every day, we click \u201callow\u201d just to make the annoying cookie banner disappear, we leave our email addresses on websites to subscribe to newsletters, and we share even the smallest details of our private lives on social media. Where do all these data end up? I don\u2019t know, I don\u2019t care\u2014they already know everything about me anyway. A shrug, an embarrassed laugh.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"709\" src=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1-1024x709.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2963\" srcset=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1-1024x709.jpg 1024w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1-300x208.jpg 300w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1-768x532.jpg 768w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1-1536x1063.jpg 1536w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/U\u0308berwachung-Webseite-1-2048x1418.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Illustration: Margo Sibel Koneberg<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>&#8222;Every like is analyzed, every picture you upload.&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>We get drawn in\u2014especially by social media\u2014spending hours on Instagram, TikTok, and the like. Sometimes out of interest, sometimes out of fear of missing out\u2014FOMO, as it&#8217;s called. Creating FOMO is intentional; after all, it\u2019s in the platforms\u2019 best interest to keep users engaged for as long as possible. More time spent on the app means more data to collect and more ads to show\u2014the business model of social networks. Many people are now aware that excessive internet use can be problematic, observes Christian Montag. A psychologist specializing in the impact of digitalization and AI on society and digital well-being, Montag says that most people still don\u2019t grasp the full extent of the issue. \u201cThe industry illuminates everything you do on these platforms. Every like is analyzed, every picture you upload\u2014whether it\u2019s black and white or colorful, what emotions you show, how long you linger over certain words. Somehow, no one seems to care anymore, or at least these platforms are so attractive that people are willing to be spied on everywhere.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>The American economist Shoshana Zuboff calls this surveillance capitalism. According to her, its origins lie with Google. After the dot-com bubble burst in 2000 and investor confidence dwindled, the company needed a new idea. It didn\u2019t take long for them to find one: exclusive access to user data. The goal was clear: use precise behavioral predictions to boost advertising revenue. In a keynote speech at the 2018 &#8222;Future of the Data Economy&#8220; conference, Zuboff explained to her audience: \u201cAccording to Google\u2019s own scientists, the company developed new methods of surplus extraction that uncover data users would prefer to keep private, allowing for far-reaching conclusions about personal information that users\u2014consciously or unconsciously\u2014do not provide.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>The power that big tech companies gain through these data collections is almost unimaginable to outsiders. \u201cWe\u2019re talking about 5 billion people using social media, with over 3 billion on a Meta platform alone,\u201d emphasizes psychologist Christian Montag. \u201cYou can see that this industry sometimes has more power than some governments worldwide. These companies aren\u2019t elected, yet with their policies, they decide what can and cannot be posted, essentially governing how people communicate on these platforms.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Where is the outrage?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Why do we simply accept this? Is it because we can\u2019t fully grasp the Internet, its algorithms, data, and figures? If someone illegally took photos of us, we would be outraged. Likewise, we would be upset if a stranger broke into our living room, took notes on the color of our couch, and identified the children in our family photos. In our daily lives, privacy is important to us\u2014but the moment we step into the digital world, it seems to vanish into thin air. The platforms take advantage of this naivety and ignorance, extracting every last digit of our phone numbers while chasing massive profits. On social media, responsible adults turn into unsuspecting, vulnerable children, wide-eyed as they climb into a stranger\u2019s car. Who is looking out for them?<\/p>\n\n\n\n<p>Clearly, political action is lacking. The Internet is a unique place\u2014nowhere else do so many people gather at once to exchange ideas, share their lives, discuss, and connect\u2014at least in theory, under the same basic conditions. One might think this is a democratic goldmine, yet most governments seem to shrug and hand it over to tech billionaires, who are free to do as they please\u2014not in the interest of the people, but in the interest of money. That this erodes the democratic potential of the Internet is obvious. When world leaders then start collaborating with these billionaires, this anti-democratic shift extends far beyond the digital realm.<\/p>\n\n\n\n<p>I want to dive into the Internet and feel safe, just as I trust in traffic safety. This requires people who take responsibility\u2014for<strong> <\/strong>the users. \u201cIn my view, this is only possible by moving away from the data-driven business model,\u201d says Christian Montag. \u201cIf an industry profits from maximizing online time, we will never see healthy platforms. These companies will always do everything they can to introduce the next design element that boosts engagement even further.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Change is needed<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201cGambling can be addictive,\u201d we hear in radio ads for lotteries and casinos. Why don\u2019t we see similar warnings when we open Instagram or TikTok? These platforms deliberately use design elements that make us dependent. Why aren\u2019t they required to disclose this? There needs to be education, age restrictions, and alternatives. \u201cHealthy platforms will only exist if we move away from the data-driven business model. Then we need alternative ways to finance social media,\u201d says Montag. \u201cThis could be publicly funded social media or private companies offering radically reimagined platforms that users pay for\u2014not what we see today, but a completely new vision of social media.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Measures like the Digital Services Act of the European Union, which aims to protect user rights, are a step in the right direction\u2014but they are not enough. If we want to protect democratic structures, both online and offline, we need stronger interventions. Governments cannot afford to be intimidated or courted by tech billionaires. And citizens must develop a keen awareness\u2014not just for potholes and broken traffic lights, but also for problematic conditions in the digital world. To put it in the words of Shoshana Zuboff: &#8222;And so the fight for the future of humankind begins with our outrage. If the digital future is to be our home, it is up to us to make it so.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-neve-link-color-color has-alpha-channel-opacity has-neve-link-color-background-color has-background is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-latest-posts__list is-grid columns-3 has-dates wp-block-latest-posts\"><li><div class=\"wp-block-latest-posts__featured-image\"><a href=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/taxiteller-adorno-schlussverkauf-bildung-konferenz-in-oer-erkenschwick\/\" aria-label=\"Taxiteller &amp; Adorno: Schlussverkauf Bildung Konferenz in Oer-Erkenschwick\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF6196-819x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-post-image\" alt=\"\" style=\"\" srcset=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF6196-819x1024.jpg 819w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF6196-240x300.jpg 240w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF6196-768x960.jpg 768w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF6196-1228x1536.jpg 1228w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF6196.jpg 1250w\" sizes=\"auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><\/a><\/div><a class=\"wp-block-latest-posts__post-title\" href=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/taxiteller-adorno-schlussverkauf-bildung-konferenz-in-oer-erkenschwick\/\">Taxiteller &amp; Adorno: Schlussverkauf Bildung Konferenz in Oer-Erkenschwick<\/a><time datetime=\"2026-03-25T20:00:00+02:00\" class=\"wp-block-latest-posts__post-date\">25. M\u00e4rz 2026<\/time><div class=\"wp-block-latest-posts__post-excerpt\">Professuren werden gestrichen, Geb\u00e4ude sind marode, das BAf\u00f6G reicht hinten und vorne nicht. Bundesweit wird Bildung seit Jahren kaputtgespart und der fzs, der Dachverband der Studierendenvertretungen, dem auch unser AStA angeh\u00f6rt, hat darauf eine Kampagne gegr\u00fcndet: \u201eSchlussverkauf Bildung&#8220;. Die Idee dahinter ist, die vielen dezentralen K\u00e4mpfe an einzelnen Hochschulen sichtbar zu machen und zu b\u00fcndeln.<\/div><\/li>\n<li><div class=\"wp-block-latest-posts__featured-image\"><a href=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/wild-sein-wild-bleiben\/\" aria-label=\"Wild sein, wild bleiben?\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF2460-1024x768.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-post-image\" alt=\"\" style=\"\" srcset=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF2460-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF2460-300x225.jpg 300w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF2460-768x576.jpg 768w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/DSCF2460.jpg 1250w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/div><a class=\"wp-block-latest-posts__post-title\" href=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/wild-sein-wild-bleiben\/\">Wild sein, wild bleiben?<\/a><time datetime=\"2026-03-18T20:00:00+02:00\" class=\"wp-block-latest-posts__post-date\">18. M\u00e4rz 2026<\/time><div class=\"wp-block-latest-posts__post-excerpt\">Von einer quirligen Rasselbande und \u201eIgitt, Kotz und B\u00e4h &#8211; M\u00e4dchen, die stinken\u201d zu Vampiren hinter dem Horizont, von denen die Wilden Kerle, wie bei der RTL-Show Take Me Out, jeweils ein Chick mit nache Hause nehmen. Let\u2019s rewatch und zur\u00fcck zum Anfang.<\/div><\/li>\n<li><div class=\"wp-block-latest-posts__featured-image\"><a href=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/ikkimel-vs-coach-aaron-erste-lektion-selbstermaechtigung\/\" aria-label=\"Ikkimel vs. Coach Aaron: Erste Lektion Selbsterm\u00e4chtigung\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ikkimel_c_LaurentNoichl-1-1024x768.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-post-image\" alt=\"\" style=\"\" srcset=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ikkimel_c_LaurentNoichl-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ikkimel_c_LaurentNoichl-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ikkimel_c_LaurentNoichl-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Ikkimel_c_LaurentNoichl-1.jpg 1250w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/div><a class=\"wp-block-latest-posts__post-title\" href=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/ikkimel-vs-coach-aaron-erste-lektion-selbstermaechtigung\/\">Ikkimel vs. Coach Aaron: Erste Lektion Selbsterm\u00e4chtigung<\/a><time datetime=\"2026-03-11T20:00:00+02:00\" class=\"wp-block-latest-posts__post-date\">11. M\u00e4rz 2026<\/time><div class=\"wp-block-latest-posts__post-excerpt\">\u201eFrau\u2018n brauchen kein Schimpfwort, unsre Waffe hei\u00dft Giftmord\u201c ist das schon Drohung, oder darf Kunst so? Neben Ikkimels neuem Song Giftmord, droppten auch einige Kinnladen.<\/div><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ins Netz gegangen&#8220; Teil 2: \u00dcberwachungskapitalismus Von Louisa Albert (20.Feb.2025) Ins Netz gegangen Surfen, snappen, schreiben &#8211; das Internet und vor allem die sozialen Netzwerke sind seit der Jahrtausendwende zu einem einzigartigen gesellschaftlichen Raum geworden, der nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken ist. 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