{"id":4422,"date":"2025-09-22T20:00:00","date_gmt":"2025-09-22T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/?p=4422"},"modified":"2025-09-22T20:09:31","modified_gmt":"2025-09-22T18:09:31","slug":"leben-und-studieren-mit-morbus-croh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/blog\/leben-und-studieren-mit-morbus-croh\/","title":{"rendered":"Leben und Studieren mit Morbus Crohn"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-custom-1-font-size\"><em><sup>von Magnus Lieser (22.Sep.2025)<\/sup><\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p class=\"has-custom-color-2-color has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-ca79a99c8ad12863a7c4b30a439a10e4\"><strong><em>TW: Dieser Artikel beinhaltet Beschreibungen von Krankheitssymptomen des Morbus Crohn (Blut, Stuhl, Schmerzen), die einige Leser:innen als beunruhigend empfinden k\u00f6nnten.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als ich aufwachte, schwamm ich noch im Nebel der Narkose. Alles war weich, wattig und entspannt. \u201cWie geht es Ihnen?\u201d, drang eine Stimme zu mir vor, die ich dem Arzt zuordnen konnte. \u201cGut, noch ziemlich benebelt.\u201d, brachte ich mit viel M\u00fche hervor. \u201cAlles klar, dann kommen Sie doch einfach gleich ins Besprechungszimmer!\u201d, fl\u00fcsterte die Stimme des Arztes wie durch Watte in meine Richtung und er verlie\u00df den Raum.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Kurze Zeit darauf bekam ich dann die Diagnose auf das, was mich seit 2 Jahren immer wieder lahmlegte: Morbus Crohn. Erst eine Darmspiegelung brachte das Ergebnis. Aber was genau ist Morbus Crohn?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Morbus Crohn ist eine Autoimmunerkrankung, die im gesamten Verdauungstrakt auftreten kann. Dabei greift das eigene Immunsystem k\u00f6rpereigene Zellen an und verursacht so Entz\u00fcndungen. H\u00e4ufig ist aber der Darm betroffen. Die Krankheit verl\u00e4uft in Sch\u00fcben, also Zeitspannen, in denen die Krankheit aktiv ist. Dazwischen liegen Perioden, in denen die Erkrankung ruht. Diese Phase nennt sich Remission.&nbsp; Die Ursache der Erkrankung ist nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. Ein Anteil der Patient:innen hat ein bestimmtes mutiertes Gen, was den Ausbruch der Krankheit beg\u00fcnstigen kann. Sie ist nicht ansteckend und entwickelt sich h\u00e4ufig zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr. Des Weiteren kommt die Erkrankung wesentlich h\u00e4ufiger in den westlichen Industriel\u00e4ndern vor als im Rest der Welt. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind der Lebensstil dieser L\u00e4nder. Insbesondere die Stresskultur, die sich dort etabliert hat, und die Ern\u00e4hrung (hochverarbeitete Lebensmittel, Fertigprodukte, etc.) beg\u00fcnstigen das Auftreten der Erkrankung. <sup>1)<\/sup>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"aspect-ratio:3\/2;min-height:unset;\" class=\"wp-block-cover has-aspect-ratio\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"709\" class=\"wp-block-cover__image-background wp-image-4423\" alt=\"\" src=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/morbus-crohn-webseite-1024x709.jpg\" data-object-fit=\"cover\" srcset=\"https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/morbus-crohn-webseite-1024x709.jpg 1024w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/morbus-crohn-webseite-300x208.jpg 300w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/morbus-crohn-webseite-768x532.jpg 768w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/morbus-crohn-webseite-1536x1063.jpg 1536w, https:\/\/ach-dasta.de\/zeitung\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/morbus-crohn-webseite-2048x1418.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim-0 has-background-dim\"><\/span><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\"><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><sup>Illustration: Margo Sibel Koneberg<\/sup><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p>Aber von vorne: Wann hat das alles angefangen und warum hat es Jahre gedauert, bis ich eine Diagnose bekam?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir drehen das Rad der Zeit in den November 2021 zur\u00fcck, als ich meine Vorabitur-Klausuren geschrieben habe. Immer wieder hatte ich seltsame, starke Bauchkr\u00e4mpfe, Durchf\u00e4lle und sp\u00e4ter auch Blut im Stuhl. Das Ganze baute sich schleichend \u00fcber mehrere Wochen auf. Es f\u00fchlte sich an wie ein kleines Feuer, das schleichend immer gr\u00f6\u00dfer wurde und in mir eine Hitze verbreitete, die ich so nie kannte. Zu Beginn dachte ich, ich h\u00e4tte vielleicht etwas Schlechtes gegessen oder es w\u00fcrde sich mit g\u00e4ngigen Medikamenten l\u00f6sen lassen. Dies war nicht der Fall. Es wurde so schlimm, dass ich das Haus nicht mehr verlassen konnte. Ich traute mich nicht richtig dar\u00fcber zu reden, da diese Art von Thema bis dahin f\u00fcr mich ein Tabuthema war. Daher fiel mir der Schritt, zum Arzt zu gehen, schwer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dort \u00fcberwies man mich sofort mit Verdacht auf Blinddarmentz\u00fcndung ins Krankenhaus und es passierte erstmal 8 Tage lang nichts. Ich a\u00df fast nichts, da man immer OP-bereit sein wollte, falls es schlimmer werden w\u00fcrde. Der Stationsarzt glaubte mir nicht &#8211; er war der festen \u00dcberzeugung, ich w\u00fcrde das alles simulieren, damit ich keine Klausuren schreiben m\u00fcsse (ich war zu dem Zeitpunkt schon fertig mit allen Klausuren). Nach 8 Tagen in<\/p>\n\n\n\n<p>Krankenhausisolation (Besuche waren innerhalb der Pandemie schwer limitiert) wurde ich zum MRT geschickt. Danach wurde ich mit Ibuprofen und Buscopan in der Hand entlassen, es w\u00e4re eine harmlose Darmentz\u00fcndung gewesen. Kurze Zeit sp\u00e4ter wurde es tats\u00e4chlich besser, aber nach 4-5 Wochen geringer Nahrungsaufnahme und Durchf\u00e4llen hatte ich bereits 10kg abgenommen. Ich dachte mir nur wenig dabei und lebte mein Leben weiter. Schlie\u00dflich kamen jetzt im Januar die richtigen Abiturklausuren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dann war sehr lange Zeit alles ruhig. Das Abitur war geschafft, mir ging es gesundheitlich wieder gut. Wir befinden uns jetzt im August 2022. Da fing alles wieder abrupt an: Ich konnte das Haus nicht verlassen, war entkr\u00e4ftet, konnte kaum Essen und musste st\u00e4ndig auf die Toilette. Das Feuer in mir brannte lichterloh &#8211; wieder ohne erkennbaren Grund. Wieder ging es f\u00fcr mich ins Krankenhaus. &#8211; Wieder mit dem Verdacht auf eine Blinddarmentz\u00fcndung. Dieses Mal wurde aber schnell gehandelt: ich bekam starke Schmerzmittel, die auch direkt entz\u00fcndungshemmend wirkten. Damit wurde es dann wieder besser. Aber auch hier habe ich erneut 10kg an Gewicht verloren und war ab diesem Zeitpunkt untergewichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann begann ich im Oktober 2022 mein Studium an der TU Darmstadt. Richtig wohl f\u00fchlte ich mich dort nie. Das erste Mal ausziehen von daheim, dann direkt in eine andere Stadt und nur wenige Menschen dort kennen &#8211; das war einfach seltsam. Der Stoff der Vorlesungen \u00fcberforderte mich oft, weil ich einfach das n\u00f6tige Vorwissen nie hatte. Ich habe mich h\u00e4ufig allein und richtig dumm gef\u00fchlt. Oft plagten mich einfach Selbstzweifel: An meiner Studienwahl und ob ich nicht einfach zu dumm daf\u00fcr w\u00e4re. Aber ich versuchte weiterzumachen, obwohl irgendwas in mir dagegen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2023 entschloss ich mich dazu, endlich herauszufinden, was wirklich mit mir los ist. Mein Bauch war zwar lange ruhig gewesen, aber ich traute dem Frieden einfach nicht.&nbsp; Es f\u00fchlte sich an, als w\u00fcrde innerhalb der Sch\u00fcbe ein Feuer in mir lodern, das nicht mit Wasser zu l\u00f6schen war und keiner wusste wie man es \u00fcberhaupt unter Kontrolle bringen kann. Ich machte einen Termin bei einem Spezialarzt aus \u2013 einem Gastroenterologen. Die Vorlaufzeit betrug 6 Monate, also musste ich bis Ende Oktober 2023 abwarten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober wurden etliche Tests gemacht und Proben genommen, und im Dezember eine Magen- &amp; Darmspiegelung durchgef\u00fchrt. Danach kam die Diagnose Morbus Crohn. Der Moment war erleichternd, aber auch beschwerend zu gleich. Endlich hatte das Feuer, die Hitze, das Unbekannte in mir, einen Namen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits gilt die Krankheit als nicht heilbar und man muss lernen mit ihr umzugehen. Der Arzt sprach davon, dass man sein Leben umstellen m\u00fcsse. F\u00fcr mich war das damals eine seltsame Vorstellung. Andere Ern\u00e4hrung, andere Alltagsplanung und viele weitere Kleinigkeiten. Aber durch verschiedene M\u00f6glichkeiten von Medikamenten sei eine lange Remission m\u00f6glich. Er erz\u00e4hlte mir, dass viele Patient:innen mit Morbus Crohn Sch\u00fcbe oft in mental anstrengenden Phasen ihres Lebens bekommen. Die Sch\u00fcbe haben also u.a. psychosomatische Ausl\u00f6ser. Das war mir bis dahin nie aufgefallen &#8211; \u00e4nderte in meinem Leben aber sehr viel. Ich entschloss mich daraufhin einen Psychotherapieplatz zu beantragen; als St\u00fctze f\u00fcr meine fortbestehenden Studienzweifel an der TU und um mein Leben stress\u00e4rmer zu gestalten. Nach einiger Wartezeit hatte ich das Gl\u00fcck, bei einer sehr kompetenten Psychotherapeutin in Behandlung zu kommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Der Weg zur Besserung: die Flammen werden kleiner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dort kristallisierte sich einiges heraus: Ich beschloss, die TU zu verlassen und an die h_da zu wechseln (In Retroperspektive eine wirklich gute Entscheidung!). Ich lernte Entspannungstechniken f\u00fcr den Alltag und stellte fest, dass Stress, den ich mir selbst machte, meinem Morbus Crohn oft die M\u00f6glichkeit gab, sich in Form von Sch\u00fcben zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Medikament\u00f6s habe ich zuerst eine lange Kortisontherapie durchlebt. Dabei habe ich wieder gut 15kg zugenommen \u2013 ein guter Punkt f\u00fcr mich. Allerdings wirkte das Kortison nach einiger Zeit nicht mehr.&nbsp; Daher wurde ich danach auf ein Biologika umgestellt. Das wird alle zwei Wochen mit einer automatischen Spritze (Autoinjektor) in die Oberschenkel gespritzt. Allerdings kann das Immunsystem gegen diese Art von Medikament Antik\u00f6rper bilden, sodass sie irgendwann nicht mehr wirken. Gl\u00fccklicherweise gibt es eine Vielzahl von Alternativen der gleichen Medikamentenklasse oder ganz andere Klassen. Regelm\u00e4\u00dfige Check-Up&#8217;s sind daher sehr wichtig.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wie h\u00e4lt man das Feuer klein? &#8211; Stressbew\u00e4ltigung als Kernelement<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So viel zu meiner Vorgeschichte mit der Krankheit Morbus Crohn. Aber inwiefern beeintr\u00e4chtigt das alles jetzt mein Studium? Wie bereits erw\u00e4hnt, \u00e4u\u00dfert sich Morbus Crohn h\u00e4ufig in stressigen Situationen im Leben, auf die das \u201cBauchhirn\u201d sensibel reagiert. Das hei\u00dft, insbesondere in Klausurenphasen kann ein Schub auftreten \u2013 alles andere als ideal, um sich auf Pr\u00fcfungen vorzubereiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Also was tun, wenn man nun gestresst ist? Egal ob chronisch krank oder gesund &#8211; grundlegend muss man sich dessen erstmal bewusstwerden: Okay, ich bin gerade gestresst. Aber was jetzt? Es gibt viele Wege, die nach Rom f\u00fchren. F\u00fcr mich sind Atemtechniken, Meditationen und Achtsamkeits\u00fcbungen sehr hilfreich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine klassische Atem\u00fcbung w\u00e4re zum Beispiel: 6 Sekunden einatmen, 7 Sekunden den Atem halten und 8 Sekunden ausatmen \u2013 das Ganze dann etwa 5-10 Minuten lang wiederholen. Dabei macht man sich den Fluss des Sauerstoffes im K\u00f6rper bewusst und konzentriert sich exakt auf diese Sache \u2013 und l\u00e4sst alle weiteren Gedanken vorbeiziehen &#8211; wie eine kleine Wolke am Himmel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gute Achtsamkeits\u00fcbung umfasst das Beschreiben von Gegenst\u00e4nden, als w\u00fcrde man diese einer blinden Person beschreiben. Ideal daf\u00fcr sind B\u00e4ume, G\u00e4rten oder einfach Landschaften.\u00a0Andere Menschen empfinden ganz andere Aktivit\u00e4ten als entspannend. Zum Beispiel tanzen, Musik h\u00f6ren oder Sport treiben. Das ist etwas vollkommen Individuelles. Wichtig ist erstmal herauszufinden, was einen pers\u00f6nlich entspannen kann.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Schritt geht dann an die Wurzel \u2013 alles zuvor hat nur die \u00c4ste und Bl\u00e4tter des Stresses gestutzt. Daher ist es wichtig sich bewusst zu werden, wieso man momentan gestresst ist. Klar, Klausuren, Abgaben, Lernen, usw. ist da oft die Antwort. Aber wieso? Wir gehen vielleicht auch einfach h\u00e4ufig falsch an diese Sachen heran.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Geht denn die Welt morgen f\u00fcr uns unter, wenn eine Klausur nicht bestanden ist? Wird jemand in 10 Jahren nachfragen, was da am Ende f\u00fcr eine Note im Modul XYZ stand? Oder wie viele Anl\u00e4ufe man f\u00fcr das Bestehen einer Klausur gebraucht hat? Oder ob man in Regelstudienzeit studiert hat? Die Antwort sollte idealerweise \u201cNein!\u201d lauten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Erkenntnis zu gelangen, war f\u00fcr mich sehr viel Arbeit, aber sie hat mir geholfen, mein Studium zum besseren zu wandeln \u2013 trotz chronischer Erkrankung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Was tut die Hochschule f\u00fcr CED-Kranke?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine weiteres f\u00fcr mich wichtiges Anliegen als Morbus Crohn-Patient, ist die Abdeckung der Toiletten an der Hochschule. So banal es auch klingen mag, aber es gibt Orte, an denen das nicht gegeben ist. Die h_da verf\u00fcgt \u00fcber reichlich Behinderten-WCs, die man mit dem Euro-WC-Schl\u00fcssel betreten kann, was f\u00fcr mich an schlechten Tagen sehr hilfreich ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cWas ist denn ein Euro-WC-Schl\u00fcssel?\u201d, fragen sich jetzt vielleicht einige von euch. Der Euro-WC-Schl\u00fcssel ist ein universeller Schl\u00fcssel, der Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen Zugang zu Behinderten-WC&#8217;s,\u00a0 vor allem in Deutschland und unseren Nachbarl\u00e4ndern verschafft. Um einen solchen zu erhalten, muss man beim CBF Darmstadt e.V. (Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung) nachweisen, dass man diese Berechtigung besitzt (z.B. durch ein \u00e4rztliches Schreiben \u00fcber die Beeintr\u00e4chtigung oder einen Schwerbehindertenausweis) <sup>2)<\/sup>. Damit f\u00fchlt man sich gut aufgehoben und gewappnet \u2013 auch an schlechten Tagen, an denen sich kleinere Sch\u00fcbe bemerkbar machen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieses Wissens kann es nat\u00fcrlich Momente geben, in denen es dann doch Komplikationen gibt. Mir ist das zum Gl\u00fcck noch nicht passiert, aber es gibt den Nachteilsausgleich f\u00fcr alle Studierenden, die durch k\u00f6rperliche, psychische oder chronische Erkrankungen beeintr\u00e4chtigt sind. F\u00fcr genauere Details wendet man sich am besten an die zentrale Studienberatung. M\u00f6gliche Optionen umfassen die grunds\u00e4tzliche Studienplanung, das hei\u00dft z.B. verl\u00e4ngerte Fristen, \u00c4nderungen bei Anwesenheitspflichten oder Ahnliches. Aber auch bei Pr\u00fcfungen. Wenn ihr davon betroffen sein k\u00f6nntet, wendet euch direkt an die zentrale Studienberatung, um individuell abstimmen zu k\u00f6nnen, was f\u00fcr euch machbar ist. Es wird sich eine L\u00f6sung finden lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Never judge a book by its cover<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich alle Leser:innen dazu aufrufen, Menschen mit nicht direkt sichtbaren Erkrankungen und Behinderungen zu unterst\u00fctzen. Sei es im direkten Umfeld oder anderswo. Was leider \u00f6fter vorkommt, als man denkt, sind unpassende Kommentare bei der Nutzung von Behinderten-WC&#8217;s. Nicht selten musste ich mir schon sagen lassen, ich d\u00fcrfe diese Toilette nicht nutzen, ich sei ja gesund. Doch nicht alle Erkrankungen sind eben von au\u00dfen direkt sichtbar. \u201cNever judge a book by its cover\u201d ist hier das Motto, was z\u00e4hlt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So, wenn ihr es bis hierhin geschafft habt, danke ich euch recht herzlich! Wenn ihr mehr \u00fcber chronisch entz\u00fcndliche Darmerkrankungen (kurz: CEDs) erfahren wollt, schaut doch mal beim \u201cDCCV e.V.\u201d oder bei \u201cCrohn\u2019s and Colitis UK\u201d auf Instagram oder im Web vorbei. Bis dahin!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-custom-1-font-size\"><em>Quellen:<br>1) Farrag K, R\u00fcckert U, Schulz S et al. Chronisch-entz\u00fcndliche Darmerkrankungen: Status quo und was die Zukunft bringen kann. Dtsch Arztebl 2023; 120 (27\u201328): A-1219\/B-1043.\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/chronisch-entzuendliche-darmerkrankungen-status-quo-und-was-die-zukunft-bringen-kann-42c11dd7-176d-42c1-a153-ed3b0f20f94a\">\u00a0\u00a0https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/chronisch-entzuendlichedarmerkrankungen-status-quo-und-was-die-zukunft-bringen-kann-42c11dd7-176d-42c1-a153-ed3b0f20f94a<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-custom-1-font-size\"><em>2) <a href=\"https:\/\/www.cbf-da.de\/leistungen\/euroschluessel\">https:\/\/www.cbf-da.de\/leistungen\/euroschluessel<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich aufwachte, schwamm ich noch im Nebel der Narkose. 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