Zum Inhalt springen

Geld, Freiheit und Lebensraum: Die Welt der Orcas

von Finn

Orcas in Haltung.
Gemälde: Finn

Im Vordergrund des Bildes springt ein Orca aus einem Weinglas heraus. Dabei steht das Glas für das kleine Gefängnis, indem die Tiere oftmals bis zu ihrem Tod gehalten werden. Der Vogel neben dem Orca symbolisiert die Freiheit. Im Verhältnis zu dem Orca ist er 2m x 1,8m groß. Der Vogel wurde im Schaffensprozess des Kunstwerkes durchgestrichen, um so auf die fehlende Freiheit der in Aquarien lebenden Tiere hinzuweisen. Die Zielscheibe dient der Repräsentation des gezielten Jagens von Schwertwalen, um diese dann – versinnbildlicht durch ein Dollarzeichen – teuer weiter zu verkaufen.

Die Räuber-Beute-Beziehung zwischen Mensch und Tier befindet sich in einem menschengemachten Ungleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht wird durch die gelbe Pyramide verkörpert. Um die Verantwortlichkeit des Menschen an diesem Ungleichgewicht zu verdeutlichen, ist rechts neben der Pyramide der Umriss eines Menschen abgebildet. Auch hat der Mensch den Tourismus zu verantworten, der den Meeresbewohnern zusätzlich stark schadet. Das durchgestrichene Segelboot steht für die Kritik an diesem Tourismus.

Ein Gemälde von einem Orca mit verschiedenen Situationen, die ihn bedrohen.
Gemälde: Finn

Das Werk kritisiert Aquarien und den Handel mit gefährdeten Meerestieren. Dabei wird auf unterschiedliche Probleme hingewiesen.

Durch den immensen Konsum von Fisch kommt es zur Überfischung und Gefährdung bestimmter Arten. Viele Meereslebewesen stehen dank des menschlichen Einflusses auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. Der dargestellte Hai repräsentiert die unzähligen Haie, die jährlich durch den Fischfang, aber auch durch Handel mit Haiflossen, getötet werden. Aus Haifischflossen wird eine Suppe, die Haifischflossensuppe, gekocht, die in Teilen Chinas als Spezialität gilt. Den noch lebenden Tieren werden die Flossen abgeschnitten, bevor sie zurück ins Meer geworfen werden und dort verenden. Noch sinnloser mag der Handel mit Haifischflossen erscheinen, wenn man in Betracht zieht, dass diese Flossen keinen besonderen Eigengeschmack aufweisen und der Verzehr ein Gesundheitsrisiko darstellen kann. Die Absurdität hinter dieser Spezialität soll durch den gezeigten Suppentopf verdeutlicht werden.

Der Pottwal hat viermal mehr Spindelzellen als der Mensch. Diese Zellen dienen der Vernetzung unterschiedlicher Hirnareale und der Empathie. Der dargestellte Pottwal, in Kombination mit dem menschlichen Gehirn daneben, soll demonstrieren, dass Pottwale empathischer sind als Menschen. Das Lautstärkesymbol unterhalb des Wals versinnbildlicht, dass Pottwale die lautesten Tiere der Welt sind und über große Distanzen von bis zu 10.000 Meilen kommunizieren können. Die Robbe und der Pelzmantel sind als Kritik an der Pelz-Industrie zu verstehen: Obwohl Robben auf der roten Liste stehen, werden sie wegen ihrem Pelz gejagt, der ihnen dann lebendig abgezogen wird. Zur symbolischen Darstellung von Zoos in denen die Tiere primär ausgestellt werden, dient das Gefängnis. Der oft positiv herausgestellte Bildungsauftrag von Zoos ist in Frage zu stellen, da die Besucher:innen die Tiere nicht in ihrer natürlichen Umgebung wahrnehmen. Um auf diesen Missstand hinzuweisen, fungiert das durchgestrichene Buch.

Der blaue Hintergrund des Bildes symbolisiert das Meer, die roten Blutflecken das Leid der Tiere. Der Vordergrund ist in schwarz, weiß und grau gemalt und hebt sich somit von dem Hintergrund ab. Die Farbe Gelb in dem Bild verkörpert das Geld und die Gier nach mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.