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Gedankenräume

von Hannah

Jeder Mensch bewegt sich jeden Tag in unterschiedlichen Räumen. Irgendein Raum ist immer da, denn wir definieren unsere Welt mit den beiden Konstanten Raum und Zeit. Räume tauchen auf und verschwinden oder bleiben ein Leben lang. Mit jeder neuen Tür, die wir öffnen, und jeder alten, die wir schließen, bauen wir unser ganz persönliches Universum. Das ist unser Safe-Space, unsere Komfortzone, in der wir wissen, wie wir uns bewegen können, sollen oder wollen. Aus dem Blickwinkel unseres Universums betrachten wir die anderen, unbekannten Räume. Aber um sie zu begreifen, müssen wir die andere Welt betreten. 

Doch ein neuer Raum ist wie ein weißes Blatt Papier. Er kommt uns voll und leer zugleich vor, denn wir schauen diese Räume an wie wir unsere Räume sehen. Wir versuchen nach den Regeln, die wir kennen, uns in diesem Raum fortzubewegen. Vielleicht sind in unserem Raum Böden essentiell, jedoch ist der neue bodenlos und wir müssten fliegen, um weiterzukommen, erkennen es aber nicht, weil wir denken, er hat einen Boden. Deshalb sind neue Räume ein Wagnis – sie fordern Hinfallen und wieder Aufstehen. 

Wir wähnen uns in unserem eigenen Universum sicher, doch unsere Räume sind nie frei von äußeren Einflüssen, egal wie viele Schlösser davor gehängt werden. Sie bewegen sich selbst und werden bewegt, doch meistens bleibt ihr Kern erhalten. Umso schlimmer ist es, wenn diese Räume aufhören zu existieren. Im wahrsten Sinne des Wortes, wird uns der Boden unter den Füßen weggerissen. Der Boden, der vielleicht unsere Lebensgrundlage war. Unser Land, unser Haus, unsere Kultur, unsere Menschen.

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