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„Morgen Klausur – ihr seid wichtiger“: EIn Musikbericht

von Lucia

Die H_da lässt sich feiern – auch musikalisch. Das Line-Up der Jubiläumsfeier am 23. Juni kann sich sehen lassen.

Als die Sonne noch am höchsten steht, leitet die Band Sun’s Sons den entspannten Part der Feierlichkeiten ein. Sie spielen nach eigener Aussage „Indie-Pop,-Rock oder so“. Indie trifft den Musikstil der Söhne der Sonne recht gut. Die jüngste Band des Abends hat einige Fans mitgebracht, auch die – etwas jünger als der typische H_da-Studierende. Lasse Kuhls softer Gesang wird mal ausschließlich von ruhiger Gitarre, mal von einer voll-besetzten Band mit Sorin Della Monica am Bass, Marius Wunderlich an der Gitarre und Kyle Kahraman am Schlagzeug begleitet. Sun’s Sons überzeugen mit vielschichtigen Arrangements – die dennoch die Stimmung eines leichten Sommernachmittags vermitteln – also passend zu diesem heißen Donnerstagnachmittag. 

Sun`s Sons im Interview – Musik, Wandel, H_da

Nach den Frankfurter Söhnen der Sonne folgte die ebenfalls in Frankfurt beheimatete Band Elda. Alessa Stupka und Leila Antary wissen, was sie tun, schließlich ist die Band ihr Beruf. Zusammen mit Annelie Schwarz an den Drums und Daniel Hertel an der Gitarre füllen sie die große Bühne voll aus. Im Publikum bleibt es jedoch noch recht leer. Nur ein paar H_daler*innen lassen sich auf die ihnen noch unbekannte Band ein. Ihre Musik lässt sich noch schwieriger einordnen als die der Auftaktband. Auch Elda spielt eine Mischung aus Indie-Rock und -Pop, die aber immer wieder psychodelische und progressive Elemente aufzeigt. Die Gitarre holt ab, der Gesang, der sich zwischen Alessa Stupka und Leila Antary abwechselt, auch und die Texte erst recht. Sie handeln nicht nur von eigenen Emotionen, sondern hinterfragen gesellschaftliche Strukturen. Wer sich also die Zeit genommen, sich aufs Gras gelegt und den Klängen von Elda gelauscht hat, wird das wahrscheinlich nicht bereuen. 

Interview mit Elda – Musik, Wandel, H_da

Nun ein harter Cut, aber ein Akt auf den sich viele Darmstädter*innen wahrscheinlich schon den ganzen Tag gefreut haben: Mädness und Döll. Auf der Bühne ein DJ Pult mit ihrem Banner. Es geht los: Döll kommt auf die Bühne, er rappt und rappt … doch wo ist Mädness? Nach dem ersten Song die Auflösung: er wurde heute Morgen positiv auf Corona getestet. Döll siehts positiv: „Dann muss ich die Gage nicht teilen.“ Döll ist wohl einer der bekanntesten Musiker „Made in Darmstadt“ oder zumindest nahe Darmstadt, aus Eppertshausen. Döll, der heute in Berlin lebt ist zurück, spielt in der Hochschule, an der er selbst mal eingeschrieben war und grüßt die Profs von Optotechnik und Bildverarbeitung. Das Publikum auf dem Rasen vor der Bühne ist nun etwas älter, nicht alt, sondern ungefähr Ende Zwanzig. Sie kennen seine Texte und wippen mit dem Arm. Immer mehr Menschen stürmen nach und nach den Rasen und Döll fragt unglaubwürdig: „Kennt ihr mich überhaupt noch?“ – nicht nur die Ende-Zwanziger heben jetzt den Arm. Döll rappt über Drogen, Sucht, aber auch über Kultur, der er einen Track gewidmet hat. Er liefert für Zwei, er schwitzt und rappt trotzdem mehrere Zugaben. Die Menge findet’s gut. 

*Nach seinem Auftritt verspricht uns Döll ein Interview, doch leider war der Auftritt dann doch zu anstrengend. Wir sollen uns an sein Booking wenden – also vielleicht kommt bald ein Interview… mal schauen. 

Und noch ein harter Cut. Nach dem Rapper, der ‘nen „F*ck gibt“, betritt die aufsteigende Boyband des deutschen Musikbusiness – Jeremias – die Bühne. Während Döll von allem was nicht schön im Leben läuft rappt, ist alles was Jeremias macht schön: Schöne Jungs, schöne Texte, schöne Musik und schöne Fans – schöne grüne Augen oder doch blaue? Liebe, Schmerz und Kippen, davon singt Frontsänger Jeremias, begleitet von Bass, Gitarre, Schlagzeug und dem eigenen Keyboard. Doch heraus sticht vor allem Jeremias Stimme, die pathetisch über den Campus hallt. Vor der Bühne wird es eng, denn viele Gäste sind nur wegen ihnen hier. Das wissen die Jungs aus Hannover und Frontsänger Jeremias ruft mehrfach „Ich liebe euch, Darmstadt!“. Ihr Auftritt wird begleitet von einer ordentlichen Portion Fan-Geschrei, ein Plakat ragt in die Höhe: „Morgen Klausur – ihr seid wichtiger“ und ein Blumenstrauß wird aus der Menge geworfen. Die Abendsonne scheint auf die Käsereibe und Jeremias erzählt, dass die Band vorher schon im nahegelegenen Naturbad schwimmen war – vermutlich war es doch ein Badesee – vermutlich war es der Woog. Darmstadt und die Hochschule zeigen sich von der schönsten Seite. 

*Ein Interview mit Jeremias folgt voraussichtlich in Kürze, denn das muss noch geführt werden… wir sind aber dran.

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