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Vom Flüchten, Schreiben und Träumen

von Louisa Albert (13.03.2024)

Slafa Kafi ist neun Jahre alt, da beginnt in ihrem Heimatland Syrien der Bürgerkrieg. Jetzt ist sie 21, studiert in Erlangen Zahnmedizin und wenn man ihren Namen googelt, dann erscheinen als erste Treffer zwei Bücher, auf denen ihr Name steht. „Ich wollte schon als Kind Bücher schreiben. Mein Papa hat uns immer vor dem Schlafengehen vorgelesen, das waren meistens kurze Geschichten, die am Ende eine Moral hatten. Ich war einfach fasziniert davon, dass irgendjemand diesen Text verfasst hat und ich jetzt in meinem Bett liege, das höre und tatsächlich zum Nachdenken angeregt werde.“

Illustration: Margo Sibel Koneberg

An ihre Kindheit im Nordosten Syriens hat Slafa nur schöne Erinnerungen, erzählt sie. „Ich habe sehr viel draußen gespielt und bin auch viel Fahrrad gefahren. Man hat mir immer unterstellt, ich würde auch sehr unvorsichtig fahren, ich war ganz wild unterwegs.“ Sie lacht. Wenn viele Leute bei „Syrien“ an zerstörte Gebäude denken, an zerrissene Familien oder die „Flüchtlingskrise“ (ein Wort, das Slafa nicht ausstehen kann), dann denkt sie an ein Land, das ihr immer ein Gefühl der Sicherheit vermittelt hat. Doch dann beginnen 2011 die ersten Unruhen. Erst sind es nur friedliche Proteste, es werden politische Reformen, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit gefordert und der Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad. Doch als Behörden anfangen, die Proteste gewaltsam zu beenden, breiten sich die Aufstände weiter aus und der Konflikt zwischen den Oppositionellen und der Regierungsarmee eskaliert in einem Bürgerkrieg, der bis heute anhält. 

Dass sich die Stimmung im Land verändert, spürt auch die damals neunjährige Slafa. Stromausfälle, Nachrichten ohne Ende, auch in ihrer Stadt dreht sich alles nur noch um ein Thema. „Syrische Kinder mussten sehr schnell erwachsen werden“, stellt sie fast schon nüchtern fest. „Wir sind alle älter als wir eigentlich sind.“ Zwar ist der Konflikt noch relativ frisch, trotzdem: Der Gedanke an eine Flucht steht unausgesprochen im Raum. Er nimmt Form an, als Slafas Mutter mit  „Was wäre, wenn…“, ein Gespräch beim Besuch bei den Großeltern beginnt, nur kurze Zeit später kommen regelmäßig Besucher zu Slafa nach Hause. Bekannte und Verwandte ihres Vaters. „Dann hieß es auch schon: Ihr habt das Visum und müsst jetzt packen“, erzählt Slafa. In all dem Chaos ein kleines Wunder für die Familie, fest stand zu diesem Zeitpunkt jedoch auch: „Entweder wir nehmen einen sicheren Weg oder wir bleiben.“ Das angekündigte Packen erfolgt dann innerhalb von zwei Tagen, mit darf nur das Wichtigste. Für Slafa ist das ihr Koran. „Ich war in Syrien schon als kleines Kind in der Moschee zum Koranlernen. Bei irgendeinem Wettbewerb habe ich damals einen Geldpreis gewonnen und ich habe mir von diesem Geld einen eigenen Koran gekauft. Ich lese bis heute daraus. Ich hatte nur einen persönlichen Rucksack und da habe ich diesen Koran reingesteckt, das war mir sehr wichtig.“

Vor allem eine Sure begleitet Slafa schon lange. „‚Nach der Erschwernis kommt die Erleichterung.‘ Das ist mein Grundsatz im Leben. Mein Glaube ist sozusagen mein Maßstab. In schwierigen Situationen ist er auch oft der einzige Grund, um weiterzumachen.“ 

Mit dem Visum in der Tasche machen sich Slafa, ihre Eltern und ihr Bruder 2012 dann auf den Weg in die Hauptstadt Damaskus. Über 3000 Kilometer trennt die Familie von ihrem Ziel. Mit dem Zug geht es nach Jordanien, dann mit dem Flieger nach Wien und von dort aus wieder mit dem Zug weiter nach Deutschland. Das folgende Jahr werden sie in einem Flüchtlingslager verbringen, erst in München, danach im Lindauer Landkreis. Dann folgt der Umzug in die ersten eigenen vier Wände im neuen Land. Lindenberg in Bayern wird Slafas neues Zuhause, hier in der Nähe besucht sie auch ihre erste Grundschule. So anders als in Syrien nimmt die jetzt zehnjährige Slafa diese gar nicht wahr, nur eine Sache sticht heraus. „Ich kannte die Sprache nicht. Das war der entscheidende Unterschied und das war dann auch das allererste Ziel, was ich hatte: Ich muss richtig gut Deutsch lernen.“

Der Förderunterricht reicht ihr nicht, ständig stoßen neue Mitschüler:innen dazu und es werden wieder Worte wie Tisch und Stift übersetzt. Nach dem Unterricht lässt sie sich die vier Fälle von ihrer Lehrerin erklären. Den Zettel besitzt sie bis heute, erzählt sie, und es klingt ein bisschen stolz. Nur kurze Zeit später steht der Wechsel auf die weiterführende Schule an, Slafa möchte aufs Gymnasium. Das deutsche Schulsystem macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Weil sie noch kein ganzes Jahr eine deutsche Schule besucht, fehlen ihr aussagekräftige Noten und ohne die führt der Weg in die Realschule. „Hätte sich meine Mama damals nicht eingesetzt, wäre wahrscheinlich mein ganzer Bildungsweg anders gewesen.“ Ihre Mutter sucht das Gespräch mit dem Direktor, bohrt nach und lässt nicht locker. Mit Erfolg. Slafa darf einige Prüfungen schreiben und schafft den Sprung auf ihre Wunschschule. „Das sind so Situationen, die einem im Kopf geblieben sind“, erklärt sie. „Dass meine Eltern mich bedingungslos unterstützen, war schlussendlich der erste und wichtigste Schritt für die gesamte Entwicklung.“ Zugetraut haben ihr diese nicht alle. „Ich habe von einigen gehört, aufs Gymnasium schaffst du es nicht, unsere Kinder sind hier geboren und haben es nicht geschafft, wie sollst du es in einem Jahr schaffen?“ 

Vorurteile begegnen ihr immer wieder, zwar seltener als Freund:innen und Bekannten, hängen bleiben manche Kommentare aber trotzdem. „Man wird halt irgendwann immun dagegen. Und dann gibt es Tage, wo es dich doch mehr verletzt, auch nach zehn Jahren. Ich mag das nicht, wenn man mir sagt: Sie sprechen aber gut Deutsch. Man hört es bei mir nicht, ich könnte auch hier geboren sein, also bedeutet diese Aussage im Umkehrschluss: Dafür, wie du aussiehst, sprichst du gut Deutsch.“ In Deutschland versucht sich Slafa auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, trotzdem lässt sich der Gedanke an Syrien und die dort zurückgebliebenen Verwandten und Freunde nicht immer abschütteln. Sie ist 14, als ihr der frühe Kindheitstraum wieder einfällt. Schreiben, ein Buch veröffentlichen, Autorin werden. „Ich habe mir gedacht, ich sitze hier, klar, mir geht es irgendwo gut, aber schlussendlich, wenn die Leute reden, dann meinen sie auch mich.“

Es macht Klick und auf einmal ist er da: Der Wunsch, etwas zu bewirken, dem, was „die Leute“ sagen, etwas entgegenzustellen. Slafa fängt an zu schreiben und zeigt ihre Texte am Anfang nur ihrer besten Freundin. Später dann ihrem Deutschlehrer. Und der sieht sofort Potenzial. Er fragt Slafa, ob sie ihre Texte gerne veröffentlichen und eine Lesung veranstalten möchte und sie willigt ein. Unterstützung bekommt sie nicht nur von ihren Eltern und ihrem Lehrer, auch ihre beste Freundin und der Rest der Klasse stehen hinter ihr. Ohne Slafas Wissen gestalten sie Flyer und als der Veröffentlichung ihres zweiten Buches Corona in die Quere kommt, organisieren sie eine Überraschungsparty. 

Mit ihren Büchern möchte Slafa zum Nachdenken anregen. „Bei meinem ersten Buch war ich ja 14, da hatte ich nicht den Mut, über Syrien zu schreiben. Ich hatte das Gefühl, die Leute werden Parallelen zu meinem Leben sehen, deswegen ist das alles ein bisschen fiktiver. Beim zweiten Buch hatte ich dann endlich den Mut, über unsere Lage zu sprechen. Es handelt von Yasmin aus einer kindlichen Sicht und sie erzählt von ihrem Leben.“ Ein Leben, das genau wie Slafas von drei Phasen geprägt ist: Dem Leben in Syrien, der Wende durch den Krieg und dem darauffolgenden neuen Leben in Deutschland. Vor allem mit ihrem zweiten Buch, das sie an ihrem 18. Geburtstag veröffentlicht, möchte Slafa ein anderes Bild von Syrien zeichnen, als das, mit dem sie viele hierzulande konfrontieren.

„Ich würde Syrien nach wie vor als meine ursprüngliche Heimat bezeichnen. Ich glaube, die zehn Jahre dort waren der einzige Zeitraum in meinem Leben bisher, wo ich das Gefühl hatte, ich muss mir keine Gedanken machen, dass ich anders bin. Wir waren sehr verschieden in Syrien. Verschiedene Religionen, verschiedene Leute, das war vollkommen normal. Das kannst du hier von Deutschland nicht behaupten, auch wenn du hier geboren wurdest. Das Heimatgefühl entsteht ja dadurch, dass du an einem Ort bist, wo du einfach ein Teil bist, egal wie anders du bist.“ Nach Syrien reisen möchte Slafa aber noch nicht. „Ich habe die Befürchtung, dass ich mich nicht mehr zugehörig fühlen werde. Von der Mentalität her denke ich wahrscheinlich nicht mehr so wie die Leute, die dort leben. Jetzt ist das halt so eine Identitätskrise.“ Ein Problem, mit dem sie nicht alleine zu kämpfen hat. „In jedem Kreis, in dem sich Jugendliche mit Migrationshintergrund treffen, ist Identitätskrise das erste Thema. Alle machen das durch. Ich würde aber behaupten, dass ich es von allen Leuten, mit denen ich bisher darüber gesprochen habe, am wenigsten durchmache. Ich bin relativ früh angekommen. Ich würde schon sagen, dass Deutschland mein Zuhause ist.“ 

Ein Zuhause, das ihr zumindest in Hinsicht auf ihren großen Traum viele Türen geöffnet hat. Von einer anderen Lehrerin wird sie nach Veröffentlichung ihres ersten Buchs für einen Begabungsstützpunkt empfohlen, der Kurs soll begabte Schüler:innen bei kreativen Texten unterstützen. Als dann immer mehr Nachfragen kommen, beginnt Slafa mit 16 ihr zweites Buch zu schreiben und erreicht damit zahlreiche Menschen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass kleine Veränderungen mindestens genauso wichtig sind wie große. Das finde ich (beim Schreiben) am schönsten: Ein Problem oder ein Vorurteil damit zu bekämpfen.“ Aus diesem Grund spricht Slafa auch gerne über ihre Geschichte. „Es gehört einfach zu meinem Leben dazu. Das ist ein Stück meiner Identität und das, was mich geprägt hat. Ich rede einfach dahingehend gerne darüber, dass es mich zu der Person gemacht hat, die ich heute bin und weil ich das Gefühl habe, es bringt etwas.“

Es ist ihr jedoch wichtig, dass sie nicht auf ihren Migrationshintergrund beschränkt wird. „Du bist nicht dein Migrationshintergrund alleine“, betont sie. Mit zehn Jahren in einem fremden Land neu anfangen, zwei Bücher zu veröffentlichen und sich dann den zweiten großen Traum vom Zahnmedizin-Studium zu erfüllen – ein Weg, der definitiv nicht immer leicht zu gehen war. Ob sie sich als optimistisch beschreiben würde? Slafa lacht. Keine leichte Frage. „Grundsätzlich bin ich sehr optimistisch, wenn ich jemanden berate oder aufmuntere. Wenn’s dann Sachen sind, die mich betreffen, sieht’s schon meistens ein bisschen anders aus. Unterbewusst male ich mir dann immer die schlimmsten Szenarien aus. Aber letztendlich komme ich an dem Punkt an, wo ich mir sage, das Beste wird passieren und das wird schon klappen. Irgendwie. So ein Mensch ist zu vielem fähig, finde ich.“ Und wer Slafa kennenlernen darf, der findet das auch. 

English version (automated translation):

About escaping, writing and dreaming

by Louisa Albert (13.03.2024)

Slafa Kafi was nine years old when the civil war began in her homeland of Syria. Now she is 21, studying dentistry in Erlangen, and when you google her name, the first results are two books with her name on them. „I’ve always wanted to write books since I was a child. My dad used to read to us before bedtime, mostly short stories that had a moral at the end. I was simply fascinated by the fact that someone had written this text and now I was lying in my bed, listening to it, and actually being prompted to think.“

illustration: Margo Sibel Koneberg

Slafa has only fond memories of her childhood in northeastern Syria. „I played outside a lot and also rode my bike a lot. I was always accused of being reckless, I was quite wild.“ She laughs. When many people think of „Syria,“ they think of destroyed buildings, torn families, or the „refugee crisis“ (a term Slafa cannot stand), she thinks of a country that has always conveyed a sense of safety to her. But then, in 2011, the first unrest begins. At first, they are only peaceful protests, demanding political reforms, rule of law, freedom, and the resignation of President Bashar al-Assad. But when authorities start to violently suppress the protests, the uprisings spread further, and the conflict between the opposition and the government forces escalates into a civil war that continues to this day.

Slafa, then nine years old, also feels the changing mood in the country. Power outages, endless news, everything in her city revolves around one topic. „Syrian children had to grow up very fast,“ she notes almost soberly. „We are all older than we actually are.“ Although the conflict is still relatively fresh, the thought of fleeing hangs in the air unspoken. It takes shape when Slafa’s mother starts a conversation with „What if…“ during a visit to the grandparents, and shortly thereafter, regular visitors come to Slafa’s house. Acquaintances and relatives of her father. „Then it was already said: You have the visa and now you have to pack,“ Slafa recounts. Amidst all the chaos, a small miracle for the family, but it was also clear at that time: „Either we take a safe route or we stay.“ The announced packing then takes place within two days, only the most important things are allowed. For Slafa, that’s her Quran. „I was already going to the mosque to learn the Quran as a little child in Syria. At some competition, I had won a cash prize and I bought my own Quran with that money. I still read from it today. I had only one personal backpack and I put this Quran in it, it was very important to me.“

Especially one sura has accompanied Slafa for a long time. „‚After hardship comes ease.‘ This is my principle in life. My faith is, so to speak, my standard. In difficult situations, it is often the only reason to continue.“

With the visa in her pocket, Slafa, her parents, and her brother set off for the capital Damascus in 2012. Over 3000 kilometers separate the family from their destination. They travel by train to Jordan, then by plane to Vienna, and from there by train to Germany. The following year they will spend in a refugee camp, first in Munich, then in the Lindau district. Then follows the move to their first own four walls in the new country. Lindenberg in Bavaria becomes Slafa’s new home, where she attends her first primary school nearby. As different as it was from Syria, the now ten-year-old Slafa does not perceive it that way, only one thing stands out. „I did not know the language. That was the decisive difference, and that was also the very first goal I had: I must learn proper German.“

The support classes are not enough for her, constantly new classmates join and words like table and pencil are translated again. After class, she has her teacher explain the four cases to her. She still owns the sheet of paper, she says, and it sounds a bit proud. Shortly thereafter, the transition to secondary school is on the agenda, Slafa wants to go to grammar school. The German education system throws a spanner in the works. Because she has not attended a German school for a full year, she lacks meaningful grades, and without them, the path leads to the secondary school. „If my mom had not intervened back then, my entire educational path would have been different.“ Her mother seeks out the principal, presses on, and does not give up. With success. Slafa is allowed to take some exams and makes the jump to her desired school. „These are situations that have remained in my mind,“ she explains. „That my parents support me unconditionally was ultimately the first and most important step for the entire development.“ Not everyone believed in her. „I heard from some that you will not make it to grammar school, our children were born here and did not make it, how are you supposed to make it in a year?“

Prejudices encounter her time and again, although less often than friends and acquaintances, but some comments still stick. „Eventually you become immune to it. And then there are days when it hurts you more, even after ten years. I don’t like it when people tell me: You speak German very well. You can’t hear it with me, I could have been born here, so conversely, this statement means: For how you look, you speak good German.“ In Germany, Slafa tries to focus on the here and now, but the thought of Syria and the relatives and friends left behind cannot always be shaken off. She is 14 when the early childhood dream comes back to her. Writing, publishing a book, becoming an author. „I thought to myself, I’m sitting here, sure, I’m somewhat okay, but in the end, when people talk, they also mean me.“

It clicks, and suddenly it’s there: The desire to make a difference, to counter what „people“ say. Slafa starts writing and initially shows her texts only to her best friend. Later to her German teacher. And he immediately sees potential. He asks Slafa if she would like to publish her texts and hold a reading, and she agrees. She receives support not only from her parents and her teacher but also from her best friend and the rest of the class. Without Slafa’s knowledge, they design flyers, and when the release of her second book is thwarted by the coronavirus, they organize a surprise party.

With her books, Slafa wants to prompt reflection. „With my first book, I was 14, I didn’t have the courage to write about Syria. I felt that people would see parallels to my life, so it’s all a bit more fictional. With the second book, I finally had the courage to talk about our situation. It’s about Yasmin from a child’s perspective, and she talks about her life.“ A life that, like Slafa’s, is characterized by three phases: Life in Syria, the turning point through the war, and the subsequent new life in Germany. Especially with her second book, which she publishes on her 18th birthday, Slafa wants to draw a different picture of Syria than the one many people here confront.

„I would still describe Syria as my original homeland. I believe the ten years there were the only period in my life so far when I felt I didn’t have to worry about being different. We were very different in Syria. Different religions, different people, that was completely normal. You can’t say that about Germany, even if you were born here. The feeling of home arises from being in a place where you are simply a part of it, no matter how different you are.“ However, Slafa does not want to travel to Syria yet. „I’m afraid that I will no longer feel a sense of belonging. In terms of mentality, I probably don’t think the same way as the people who live there anymore. Now it’s kind of an identity crisis.“ A problem she is not alone in facing. „In every circle where young people with a migration background meet, identity crisis is the first topic. Everyone goes through it. But I would claim that of all the people I have talked to about it, I go through it the least. I arrived relatively early. I would say that Germany is my home.“

A home that, at least in terms of her big dream, has opened many doors for her. After the publication of her first book, she is recommended by another teacher for a talent support center, which is supposed to assist talented students with creative texts. As more inquiries come in, Slafa begins writing her second book at 16 and reaches numerous people. „I am convinced that small changes are at least as important as big ones. That’s what I find most beautiful (in writing): To combat a problem or a prejudice.“ For this reason, Slafa also likes to talk about her story. „It’s simply part of my life. It’s a piece of my identity and what has shaped me. I like to talk about it because I feel it makes a difference.“

However, it is important to her that she is not reduced to her migration background. „You are not just your migration background,“ she emphasizes. Starting anew in a foreign country at ten years old, publishing two books, and then fulfilling the second big dream of studying dentistry – a path that was definitely not always easy to follow. Would she describe herself as optimistic? Slafa laughs. Not an easy question. „Generally, I am very optimistic when I advise or cheer someone up. When it comes to things that concern me, it usually looks a bit different. Subconsciously, I always imagine the worst scenarios. But ultimately, I reach the point where I tell myself that the best will happen and it will work out. Somehow. Such a person is capable of a lot, I think.“ And anyone who gets to know Slafa would think so too.

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